Ausbau St. Peter zurückgewiesen

Die Kirchgemeindemitglieder weisen ein sorgfältig ausgearbeitetes Projekt für den Ausbau auf dem Areal der Pfarrei St. Peter zurück.

118 Mitglieder der katholischen Kirchgemeinde Schaffhausen fanden den Weg in den Pfarreisaal St. Maria und drückten damit ihr Interesse an den Geschäften des Kirchenstandes aus. Sie sind sich bewusst, dass nur mit guten finanziellen Strukturen die Pfarreien letztlich funktionieren, ihre Aufgaben wahrnehmen und die Bedürfnisse der Pfarreimitglieder erfüllen können. Der Präsident René Quiblier dankte den vielen Freiwilligen und Angestellten, welche die Pfarreien lebendig gestalten, für ihre Mitarbeit.

 

Bei der Präsentation der Rechnung des vergangenen Jahres bezeichnete sich der Finanzreferent Norbert Gschwend als «Schwarzmaler». Er freute sich über diese Rolle, weil er schwarze Zahlen präsentieren durfte. Die 2003 beschlossene Steuererhöhung brachte mehr Einnahmen, welche benutzt wurden, um möglichst grosse Abschreibungen zu tätigen, damit für Investitionen zukünftig mehr Spielraum bleibt. Die Geschäftsprüfungskommisson attestierte dem Kirchenstand eine kompetente Arbeit und empfahl die Rechnung 2004 zur Annahme. Dieser Empfehlung folgten die Anwesenden einstimmig.

 

Auch für das Jahr 2006 wird wiederum ein ausgeglichenes Ergebnis erwartet. Das Personal erhält gemäss Voranschlag eine generelle Lohnerhöhnung von einem Prozent. Auch das Budget 2006 wurde von den Stimmbürgern einstimmig angenommen.

 

Nach zwölfjähriger Tätigkeit in der Geschäftsprüfungskommission hat Nelly Zimmermann ihren Rücktritt eingereicht. Als Nachfolgerin wurde Yvonne Ried-Küng, Treuhänderin mit eidgenössischem Fachausweis, vorgeschlagen und gewählt.

 

Bereits an der letzten Kirchgemeindeversammlung präsentierte der Kirchenstand Statements und Skizzen zu möglichen Ausbauprojekten im St. Peter. In der Zwischenzeit hatte sich der Kirchenstand intensiv an Sitzungen und in einer Klausurung mit den Möglichkeiten beschäftigt. Im September präsentierte der Kirchenstand an einer Informationsveranstaltung zusammen mit dem Architekten Felix Aries die ausgearbeiteten Projekte. Dabei wurden von Architekt Felix Aries die beiden Projekte vorgestellt, welche das geforderte Raumbedürfnis für die Pfarrei St. Peter abdecken könnten.

 

Überraschend wurde in dieser Situation ein Antrag vom Pfarreirat St. Peter gestellt, welcher in der Zwischenzeit ein eigenes Projekt verfolgt und sehr kurz vor der Kirchgemeindeversammlung dem Kirchenstand eingereicht hatte. Walter de Ventura präsentierte dieses Projekt, welches seine Wurzeln in einer Studie hat, welche vor zehn Jahren erstellt wurde. Diese sah damals vor, dass unter dem Vorplatz zum Eingang der Kirche Räumlichkeiten eingebaut würden. Die vorgestellten Zahlen für dieses Projekt waren nach Diskussion im Bereich der zweiten Variante des Kirchenstandes. Da dieses Projekt sehr kurzfristig eingereicht worden war, war eine Abstimmung darüber schon aus rechtlichen Gründen nicht möglich. In der Diskussion zeigte sich, dass bei diesem Projekt viele Fragen offen sind und dass durch den ungewissen Baugrund auf dem Areal auch die Finanzierung ein Wagnis werden könnte. Der Präsident René Quiblier bemerkte, dass der Kirchenstand bei der Ausgestaltung seiner beiden Projekte sehr sorgfältig recherchiert habe, viele Personen und auch das Sozialreferat und das Bauamt mit einbezogen habe und diese somit eigentlich breit abgestützt wären.

 

Nun mussten die Anwesenden entscheiden, ob sie den Vorschlag des Kirchenstandes zurückweisen und damit eine neue Projektierung erzwingen wollten. Zur grossen Überraschung entschieden sich 70 Stimmbürger für eine Rückweisung, gegenüber 37 Nein- Stimmen und neun Enthaltungen. Mit diesem Resultat war vor der Versammlung sicher nicht gerechnet worden. Ein Votant brachte es am Ende auf den Punkt, als er bemerkte, dass seiner Ansicht nach Kirchenstand und Pfarreirat nicht miteinander gesprochen hätten und nun ein neues Projekt ausgearbeitet werden müsse, was letztlich nur Verzögerungen nach sich ziehen werde.

 

Diesen Vorwurf konnte der Kirchestand nicht akzeptieren, wurden doch schon sehr früh so viele Abklärungen getätigt, Personen mit einbezogen und Orientierungen durchgeführt. So blieb nach dieser für den Kirchenstand enttäuschenden Abstimmung nur die Möglichkeit, nochmals von vorn zu beginnen. Er wird an der nächsten Kirchgemeindeversammlung wieder ein Projekt präsentieren müssen. Es ist zu wünschen, dass dannzumal vorher ein Konsens gefunden wird und die Abstimmung darüber nicht wieder in einer Nullnummer endet.

 

Nach knapp zwei Stunden schloss Präsident René Quiblier die Versammlung. Beim nachfolgenden Apéro diskutierten die Anwesenden noch lange vor allem über das Traktandum Bauprojekt St. Peter. (ha.hu.)

Quelle: Schaffhauser Nachrichten, 24. November 2005